Krones: "YouTube-Kanal ist eine Art Schlüssellochblick"

Die Krones AG ist Weltmarkführer in der Getränkeabfüll- und Verpackungstechnik. Sie gehörten zu den ersten YouTube- Nutzern ihrer Branche und erzielten mit ihren Videos mehr als eine Million Aufrufe. Wie jedoch ist das möglich? Charles Schmidt, Corporate Social Media Officer von Krones deckt diese und weitere Fragen im Gespräch mit ErklärVideo.com auf.

Sie haben seit über dreieinhalb Jahren einen eigenen YouTube-Kanal? Damit gehörten Sie in Deutschland zu den Very First Movern, oder?

Schmidt: Ja, bezogen auf unsere Branche stimmt das. Wir haben hier als erstes Unternehmen Position bezogen. Mit diesem frühen Markteintritt waren wir damals sicherlich Pioniere. Und der heutige Erfolg macht klar: wir haben genau das Richtige gemacht.

Was hat Sie damals veranlasst, auf Onlinevideos zu setzen?

Schmidt: Bewegtbild ist bei Krones bereits seit Ende der 80er Jahre ein wichtiges Medium. Anfangs waren das vor allem interne Schulungsvideos oder Maschinenportraits. Das Potenzial Video haben wir nach und nach ausgebaut und für uns genutzt, also von einer internen Ausrichtung hin zu einer externen. Für uns eine „normale“ Entwicklung.

Und wie haben Sie Ihren Vorstand überzeugt, dass Onlinevideo ein wichtiges Element der Kommunikationsstrategie von Krones ist?

Schmidt: Dialogstärke zeichnet Krones aus. Und wir stehen selbst für Innovation und Technologieführerschaft. Wie sollten wir uns da vor Entwicklungen und Trends in der Kommunikation verschließen…

Haben Sie intern eine Video-Produktion aufgebaut oder beschäftigen Sie externe Dienstleister?

Schmidt: Unsere Filme haben eine eigene Handschrift, eine eigene Sprache in Bild und Ton. Hierfür braucht es Identifikation, Hintergrundwissen und das entsprechende Gefühl. Daher haben wir auch unser eigenes Team.

Wie gelingt es einer Firma, die Flaschenabfüllanlagen herstellt, über eine Million Klicks auf YouTube zu generieren?

Schmidt: Ich denke über Sympathie, Freude, Stolz und Begeisterung für die Marke Krones. Es geht um Menschen, eine facettenreiche Gefühlswelt und um all die  großen und kleinen Geschichten vor und hinter den Kulissen. Das alles gelingt nur durch Authentizität. Man muss sich selbst treu bleiben.

Sind die Views alles oder wie messen Sie den Erfolg ihrer Onlinevideos? Gibt es quantitative und/oder qualitative Kriterien, die Sie festgelegt haben?

Schmidt: Neben der Anzahl der Views ist die Anzahl der Abonnenten sicherlich ein wichtiger Indikator für den Erfolg. Und auch die demografischen Daten sind für uns sehr entscheidend, denn dadurch können wir unser „Programm“ noch zielgruppenspezifischer gestalten.

Setzen Sie „nur“ auf das virale und SEO-Potenzial der Filme auf YouTube oder kaufen Sie  zusätzliche Reichweite ein (z.B. via Social Advertising)?

Schmidt: Nein, wir kaufen keine Reichweite und werden das wohl auch in Zukunft nicht tun.

Wie nutzt Krones die Social Media-Kanäle, um mehr Traffic auf die Videos zu lenken? Und welches Netzwerk bringt den meisten Traffic?

Schmidt: Im Bereich Social Media sind wir ja relativ gut aufgestellt. Wir nutzen Facebook, Twitter, Xing, LinkedIn, Pinterest, Instagram, um nur die wichtigsten zu nennen. Auch unser Blog dient als Plattform für entsprechende Videos. Welcher Kanal den meisten Traffic bringt, ist eher schwierig zu sagen. Entscheidender hier ist aus meiner Sicht eine gute Verzahnung der einzelnen Kanäle.

 Zu welchen Zwecken werden die Videos in der internen und externen Kommunikation eingesetzt?

Schmidt: Das ist sehr vielfältig. Eine klare Grenze ist schwer zu ziehen. Intern hervorzuheben sind Produkterklärungen und Schulungen. Extern für alle Menschen, die sich für Krones und unsere Arbeit interessieren, und die uns vielleicht auch ein kleines Stück besser kennen lernen möchten. Natürlich unterstützen Filme und Animationen auch ein Kundengespräch oder eine Präsentation.

Wie setzen Sie bei Krones die Videos im Bereich Human Resources ein? Können Sie Beispiele nennen und zeigen? Erfolgreiche Cases?

Schmidt: Auf unserem YouTube Kanal haben wir inzwischen über 100 Filme zum Thema HR. Dabei versuchen wir die verschiedenen Zielgruppen, wie Berufserfahrene, Absolventen, Studenten und Schüler anzusprechen. Der YouTube Kanal ist dabei auch eine Art „Schlüssellochblick“ ins Unternehmen. Besonders erfolgreich sind dabei bestimmt die verschiedenen Vorstellungen der Ausbildungsberufe, aber auch die Vorstellung einzelner Mitarbeiter. Sehr beliebt bei den Nutzern ist auch die Serie „Menschen bei Krones“. Birgit Hahn beispielsweise ist seit 2006 im Außendienst für die Krones AG tätig. Dabei erlebt sie so einiges. Ihre Erzählungen sind bühnenreif.

Verraten Sie uns, wie sich Ihre Bewegtbildstrategie über die Jahre verändert hat und was uns bei Krones 2014 in Sachen Onlinevideo erwartet?

Schmidt: Das einzig Beständige im Leben ist ja bekanntlich die Veränderung. Und was noch kommt? Es bleibt auf jeden Fall spannend! Wir haben genügend zu erzählen. Und wie wir das verpacken, das werden Sie sehen

Können Sie uns drei Videos aus dem Portfolio zeigen, auf die Sie besonders stolz sind?

2018-10-09T18:22:53+02:00 13. Juni 2014|

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