Die BBC-Olympia-Trailer: zwischen Animation und Blockbuster

Großbritannien sorgt im Vorfeld der Olympischen Spiele wieder für Aufsehen. Nein, nicht etwa die britischen Athleten! Diese bilden bei den Winterspielen eher das Schlusslicht im Medaillenspiegel. Die Sprache ist hier von der britischen Rundfunkanstalt BBC. Ihre offiziellen Olympia Trailer sind nicht nur im Web in aller Munde. Sie halten sich ganz an die olympische Devise: höher, schneller, stärker und schießen damit vielleicht sogar übers Ziel hinaus. Besonders der aktuelle Trailer für die olympischen Winterspiele in Sotchi wird kontrovers diskutiert, da er mehr an einen epischen Kinovorspann erinnert als an ein Sportevent. Wir haben die vergangenen vier olympischen Trailer der BBC einmal genau unter die Lupe genommen.

Das erste Olympiavideo ist ganz im asiatischen Animationsstil gehalten – passend zum Austragungsort Peking. Die Story bezieht sich auf das Buch Reise nach Westen. Sie erzählt im Speziellen von der Reise eines Mönches zum westlichen Himmel. Die Produzenten Damon Albarn und Jamie Hewlett, zwei Bandmitglieder der britischen Gruppe Gorillaz, hatten jedoch noch einen speziellen Einfall: Sie banden nämlich zahlreiche olympische Disziplinen in den Zweiminüter mit ein. Das Video hat bereits über 2,7 Mio. YouTube-Views. Die Beliebtheit und Zuspruch des Trailers erkennt man beim Durchstöbern der 7974 Kommentare. Unser Fazit: Grandioser Einfall, grandiose Idee – Gorillaz, wir ziehen den Hut vor euch.

 

Auf die Winterspiele 2010 in Vancouver stimmte die BBC ihr Publikum mit einem finsteren Schwarz-Weiß-Trailer im Stil von SinCity ein. Ein absoluter Gegensatz zum farbenfrohen Peking-Trailer. Düster und bedrohlich wird er in Szene gesetzt. Ein maskierter Eskimo stürzt sich mit seinem Snowboard und Skiern in sämtliche Gefahren. Zu guter Letzt zerstört er beim Curling einen Eisberg. Die Dramatik des 40-sekündigen Trailers wird mit dem Song Cry me a rivervon Micheal Bublé gesteigert. Im Vergleich zum BBC-Clip der Sommerspiele gerät dieser auf YouTube mit 150.011 Views stark ins Hintertreffen. Unser Fazit: Bei diesem Trailer würde sich unsere Vorfreude auf die Winterspiele in Grenzen halten. Düsterer wird es nur noch bei den kommenden Winterspielen in Sotschi.

Gegensätzlicher könnte der olympische Trailer für die Sommerspiele 2012 im heimischen London nicht sein. Farbenfrohe Bilder, eine tolle 3D-Animation, in der sich das gesamte Vereinigte Königreich in ein großes Olympiastadion verwandelt. Dazu kommt mit First Steps von Elbow eine treffsichere Musikauswahl. Vorfreude auf die bevorstehenden olympischen Sommerspiele wurde hiermit garantiert. Entwickelt wurde der Trailer Stadium UK von der Creative Agentur Rainey Kelly Campbell Roalfe/Young & Rubicam. Für die beeindruckende 3D-Animation ist die die Filmproduktion Passion Pictures verantwortlich. Knapp 420.000 YouTube-Viewer wurden auf die Reise ins olympische Königreich mitgenommen. Unser Fazit: Wahnsinns-Video – dafür verdient Großbritannien Gold.

Für die olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi waren abermals die Kreativen von Rainey Kelly Campbell Roalfe/Young & Rubicam (RKCR/Y&R) am Werk. Offensichtlich stark beeinflusst von der amerikanischen Fantasy-Fernsehserie Game of Thrones. Auch in dem eineinhalbminütigen Trailer müssen sich die Athleten durch ein mystisches und dunkles Gebirge kämpfen. Während Charles Dance, Darsteller des Tywin Lannister in Game of Thrones, als Sprecher die olympischen Teilnehmer davor warnt die Berge zu erklimmen. Das Video verbucht innerhalb von drei Wochen knapp 850.000 Views auf YouTube. Allerdings sorgt der Trailer für kontroverse Diskussionen – sowohl in der Presse als auch auf YouTube selbst. Unser Fazit: Der Blog Mashable trifft es auf den Punkt: „It looks like it belongs more a big-budget Hollywood blockbuster like Lord of the Rings, rather than a sporting event.“

2018-03-13T11:41:45+02:00 31. Januar 2014|

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